Der VSE misst mit dem Stromversorgungs-Index erstmals systematisch, wie gut die Schweiz ihre Versorgungssicherheitsziele erreicht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Statt des Zielwerts von 100 Punkten werden nur nur 82 Punkte im Jahr 2035 und 69 Punkte im Jahr 2050 erwartet – das Risiko steigt, vor allem in der kalten Jahreszeit.
Warum fällt der Index so tief aus?
Laut VSE verschärfen mehrere Faktoren die Lage: zu langsamer Ausbau der Winterproduktion, stockender Netzausbau und unsichere Importperspektiven. Gleichzeitig steigt die Nachfrage stärker als bisher erwartet – u. a. durch Elektromobilität und Rechenzentren.
Besonders kritisch: Der Indikator Flexibilität erreicht nur 52 Punkte im Jahr 2050. Beim Ausbau zusätzlicher saisonaler Speicher werden lediglich rund 1 TWh erwartet. Für die Versorgung im Winter zeichnet der VSE einen klaren Mehrbedarf: Es brauche zusätzliche inländische Produktion. Als Optionen nennt er u. a. thermische Kraftwerke (neben Wind und Langzeitbetrieb bestehender Kernkraftwerke).
POWERLOOP kann helfen und noch ist nichts verloren
Aus POWERLOOP-Sicht zeigt der Index klar, wo Lösungen rasch Wirkung entfalten: WKK-Anlagen liefern steuerbare, dezentrale Leistung genau dann, wenn sie im Winter gebraucht wird. Power-to-Gas macht zudem sommerliche Überschüsse speicherbar und schafft saisonale Energie für den Winterbetrieb – ideal in Kombination mit WKK. Und Netzersatzanlagen erhöhen die Resilienz kritischer Infrastrukturen und können – mit passenden Rahmenbedingungen – einen koordinierten Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.